Geschichte der Stadt Karlovac
Im Gebiet zwischen den vier Flüssen - Korana, Kupa, Mrežnica und Dobra wurde im 16. Jahrhundert eine ideale Renaissancestadt in Form eines sechseckigen, durch die Straßen in 24 Blocks geteilten Sternes errichtet.
Mit dem Bau der Festung von Karlovac wurde am 13. Juli 1579 zur Verteidigung gegen die türkischen Eroberer begonnen. Das war auf dem Besitz der adeligen Familie Zrinski, unter der alten Burg Dubovac. Die Überwachung der Bauarbeiten wurde damals vom berühmten Baumeister Martin Gambon geleitet.
Den Namen Karlovac (Carlstadt) erhielt die Stadt nach ihrem Begründer dem österreichischen Erzherzog Karl II. von Habsburg.
Die Festug ist eine richtige Perle der damaligen Bau- und Fortifikationskunst. Es werden Basteien errichtet, und innerhalbe der Festung, im strengen geometrischen Zentrum des alten Stadtkerns, wurden ursprünglich militäriche und sakrale Objete errichtet. So wurde auf dem zentralen Renaissanceplatz noch im Jahr 1580 die ursprüngliche Hl.-Dreifaltigkeitskirche erbaut.
Die Stadt, die allmählich sein Erscheinungsbild ändert, wird im 16. und 17. Jahrhundert von der Militär regiert. Sie wurde von Hochwasser gefährdet und von Bränden verwüstet. Der große Brand im Jahr 1594 zerstörte die ganze Stadt.
Karlovac wurde auch von Pestepidemien verwüstet, von denen die schwerste im Jahr 1773 stattfand, als fast die Hälfte der Einwohner verstarb.
Die Türken belagarten Karlovac sieben Mal, ohne es erobern zu können. Die letzte osmanische Belagerung fand im Jahre 1672 statt. Die Festung von Karlovac begann wegen des überschwemmten und räumlich begrenzten Gebietes allmählich ihren Kampf mit der Zeit zu verlieren. Schon in den ersten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts werden Lösungen außerhalb ihres Gebietes gesucht. Die Basteien werden renoviert und die Häuser aus festerem Baumaterial errichtet, die den häufigen Bränden widerstehen werden.
Die Stadt Karlovac, die als eine Festung zur Verteidigung gegen die Türken errichtet war, befand sich unter miltärischen Regierung. Die strengen Miltärvorschriften waren eine Hemmung der wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt, weil sie freie Handels- und Gewerbeentwicklung unmöglich machten.
Da die Einwohner von Karlovac mit solch einer begrenzten Lage unzufrieden waren, ersuchten sie die Kaiserin Maria Theresia, ihrer Stadt den Freistadtstatus zu verleihen und die Zivilregierung einzuführen. Nach zahlreichen Bitten der Einwohner wurde am 6. Dezember 1693 in Karlovac Magistrat mit der begrenzten Selbstverwaltung eingeführt.
Bald wurde festgestellt, dass sochl eine begrenzte Selbstverwaltung und die Abhängigkeit von der Militärregierung nicht nur die Einwohner von Karlovac, sondern auch ihre Geschäftspartner aus anderen Teilen der Monarchie in der Gewerbe- und Handelsentwicklung beschränkt. Daher bestanden die Einwohner von Karlovac weiters darauf, dass Maria Theresia Karlovac aus der Militärverwaltung ausschließt und ihm den Status einer Hansestadt verleiht.
Nach langjährigen Beanstandungen der Einwohner von Karlovac ersuchte der Kroatische Landtag auf der Sitzung vom 25. Februar 1770, das Kroatische Küstenland dem Mutterlande uurückzugeben und Karlovac den Status der Hanse- und Königsstadt zu verleihen und Zivilkroatien anzuschließen.
Nach langen Verhandlungen traf die Kaiserin Maria Theresia mit ihrer Zuschrift vom 9. August 1776 die Entscheidung, die Stadt und das Hafen von Rijeka zusammen mit demjenigen Teilen der Kammergüter von Bakar, die sich auf der rechten Seite der Karolinerstraße befinden, dem Königtum Kroatien zurückzugeben und für diese Gebiete die neue Gespanschaft zu Severin zu gründen. Mit derselben Zuschrift wurde verordnet, Karlovac den Hansestadtstatus zu verleihen.
Die Gespanschaft von Severin wurde am 5. September 1777 gegründet. Es wurde auch die kaiserliche Kommission ernannt, die Karlovac und die Gebiete der neuen Gespanschaft der Zivilstadtregierung zu übergeben hatte. Die Durchführung wurde auf den Gouverneur und Verwalter der neuen Gespanschaft zu Severin Josip Majlath de Szekhely, Nikola Skrlec Lomnicki und General Bassen übertragen.
Die Auswahl des ersten Verwaltungsstadtmagistrates (der Hauptmannschaft) fand schon am 18. Februar 1778 statt. Zu dieser Gelegenheit stellten die oben angeführten Josip Majlath de Szekhely und Nikola Skrlec Lomnicki auch die erste "Verfassung" über die interne Zusammensetzung der Stadtverwaltung zusammen.
Mit der Zeit löst die sich entwickelnde und wachsende Stadt die militärische Regierung auf. Der Handel lebte auf, das Gewerbe begann sich zu entwickeln.
Im Jahre 1763 wurde der erste Stadtmagistrat erwählt, und zwei Jahre später auch das Gymnasium von Karlovac gegründet. Die Kaiserin Maria Theresia verleiht Karlovac den Status einer freien königlichen Stadt, und Kaiser Josef II. stellt im Jahr 1781 die Bulle über die Privilegien der freien königlichen Stadt mit dem Wappen aus.
Im 18. und im größten Teil des 19. Jahrhunderts wird Karlovac zur wichtigsten Handelsstadt zwischen der Adria und dem Donaugebiet. Es werden die Straßen Karolinerstraße Karlovac - Rijeka, Josefinerstraße Karlovac - Senju und Luisianastraße Karlovac - Rijeka erbaut.
Am Ende des 18. Jahrhunderts erlebte Karlovac seine erste "goldene Zeit" der wirtschaftlichen Entwicklung, und mitte des 19. Jahrhunderts seine zweite "goldene Zeit" mit der Entwicklung der Schifffahrt auf dem Fluss Kupa.
Am Anfang des 20. Jahrhunderts war Karlovac nach seiner Einwohnerzahl und seinem wirtschaftlichen Potenzial die drittgrößte Stadt Kroatiens.
Der Zeitraum vom 1941 - 1945 war einer der schwersten in der Geschichte der Stadt. In der Nachkriegszeit kommt es wegen des Zuzuges der Landbevölkerung zur Gestaltung eines neuen Erscheinungsbildes der Stadt.
Im 20. Jahundert vewandelt sich die Gewerbestadt in eine Industrie- und Wirtschaftsstadt, in eine Stadt der lebendigen gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Ereignissen.
Zur Zeit des Heimatkrieges gab es zahlreiche Menschenopfer. Die Stadt, insbesondere ihre Südteile, erlitt einen enormen Schaden.